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Die kleine Mono-Skischule

Buckelpiste

(von unserem Moderator "Iksonom")



Buckelpistenfahren mit dem Monoski

"Buckelpiste" - schon der Begriff an sich hat unter Skifahrern was Mystisches: für die Einen als der pechschwarz beschilderte Schrecken, die "dunkle Seite der (weißen) Pracht"; für die Anderen, neudeutsch Freestyler, als die ultimative Herausforderung, das Highlight eines Skitages mit dem anzustrebenden Endorphin-Ausstoß.
Der Begriff MONOSKI - so er überhaupt mit dem richtigen Bild verknüpft wird - löst bei der breiten Masse so was wie Gänsehaut aus: gefesselt, bewegungsunfähig, der Hangneigung hilflos ausgeliefert. Ganz anders der Geübte, der damit Skivergnügen in Perfektion bei totaler Kontrolle und Fahrstabilität verbindet.
Bringt man nun diese beiden Begriffe mit ihrer stark differierenden individuellen Wirkung in Zusammenhang, spielt das Emotiometer verrückt! Der Zeiger geht beim Großteil der Alpinisten ganz nach links auf der Skala auf "schwarzes Loch - wer da reinkommt, ist verloren" und nur bei den Wenigsten rechts auf "Galaktischer Kick". Krasser Gegensatz, was?

Darum kann es hier nicht das Ziel sein, das Buckelpistenfahren mit dem Monoski per ausdruckbarer Anleitung rüberzubringen.
Das Erlernen der Fahrtechnik an sich geht nur durch Übung, idealerweise mit Skilehrer. Hier wird davon ausgegangen, dass Buckelpisten ihren Schrecken schon verloren haben, weil man sie bereits mit 2 Skiern gerne befahren hat und dass man mit dem Monoski gut vertraut ist. Vertraut heißt hier in allererster Linie: kein Drang mehr, einen Ski auszustellen und die Knie gehen beim Fahren nie auseinander! Selbst manch geübter Monoist neigt leider in unsicheren Situationen noch reflexartig zum Öffnen der Knie - was wegen der Zwangsstellung der Füße absoluter Unsinn ist - und nimmt sich damit einiges an Steuerungsgewalt und Kontrolle (womit auch der kontrollierte Sturz gemeint ist). Der leichte Andruck der Knie zueinander ist A und O des Manövrierens eines Monoskis und macht außerdem aus dem Beinpaar eine immens starke Einheit mit extrem günstigen Hebel- und Schlagabsorptionseigenschaften!
Mit dem Anbringen von lockeren Knie-Riemen bei Novizen habe ich - und auch diese selbst - allerbeste Erfahrungen gemacht: wollen die Knie auseinander, schlägt der zarte Zug des Riemens Alarm!

Hier wird bezüglich Buckelpisten primär der Vergleich angestellt zwischen den beiden Skiarten, Monoski und Paarski, und zwar in Sachen Eignung und Ergonomie, auch mit einigen Tipps (Knie zusammen!), die dem geübten klassischen Freestyler helfen, Bewegungsabläufe auf den Monoski zu transferieren.

Vorher jedoch wird jedem Aspiranten noch ausdrücklich Folgendes ans Herz gelegt:

  • Wer sich in eine Buckelpiste wagt, sollte nicht nur geübter Skifahrer sein, er muß auch mit dem gewählten Gerät bereits vertraut sein, um es auch bei widrigem Gelände beherrschen, insbesondere verlangsamen und stoppen, zu können.
  • Nicht nur das Können, auch die Verfassung ist entscheidend. Am Ende eines anstrengenden Skitages hat Mancher nicht mehr die Kraftreserve, die für die hohe Beanspruchung auf einer Buckelpiste nötig ist (...und die Knie gehen dauernd auf!).
  • Auch Buckelpisten haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Die Fahrtechnik sollte erst auf leichteren Bumps am Rande der Piste geübt werden. Erst bei entsprechender Sicherheit sollten steilere Hänge befahren werden. Zudem sollten die Bedingungen passen: eisige, verharschte oder gar steinige Pisten sowie ggf. schlechte Sicht machen auch Freaks wenig Spaß!
  • Schutzausrüstung wie Helm und Rückenprotektor werden dringendst empfohlen! Jeder Sturz ist ein Stopp-Schlag auf ein Körperteil - im Gegensatz zu ebener Piste, wo die Wucht sich im "Aus-Rutschen" verliert. Beim Monoski empfiehlt sich zusätzlich das Tragen von Hüft- und Schulterprotektoren wegen der häufigeren Stürze auf die Flanken (die sog. "Umfaller" im Stand oder bei niedrigem Tempo - wie mit dem Fahrrad)!
  • Wegen solcher Schläge, ob fahr- oder falltechnisch bedingt, könnten evtl. die Bindungen beidseitig auslösen, was u.U. die ungebremste Talfahrt des Monoski zur Folge haben kann, denn bei starkem Gefälle halten die max. nur 2 Skistopper dieses wuchtige Teil oft nicht auf! Da dies nicht nur die Gefahr von Verlust, sondern insbesondere die Gefährdung anderer Skifahrer bedeutet, empfehle ich persönlich das Anbringen von Fangriemen - was allerdings wiederum die Notwendigkeit eigener Schutzausrüstung erhöht!
  • Merke: die Gefährdung ist weder der Buckel noch das Gefälle und erst recht nicht der Ski - die eigentliche Gefährdung ist die Geschwindigkeit! Erst, wenn sie ins Spiel kommt, wird's brenzlig. Der worst case auf Buckelpisten ist daher zu hoher, evtl. unkontrollierter Speed! Riskiere nie, die Kontrolle über das Tempo zu verlieren!
  • Und noch was: ist eine Buckelpiste gesperrt, so hat das meist auch seinen Grund! Wer einmal meinte, eine pechschwarze Talabfahrt trotzdem nehmen zu "müssen", die dann so vereist war, daß nicht mal die beiden Randstreifen griffig waren, der kann ein Liedlein davon singen!

Respekt vor Buckelpisten und generelle Vernunft sind also Trumpf auf dem Weg zum Erfolg! Angst hingegen blockiert und hemmt jedes Weiterkommen, denn der Körper kann nur erlernen, was im Kopf schon Wille ist!
Verbessern heißt halt nun mal, sooft an eigenen Fehlern scheitern, bis man aus ihnen den richtigen Dreh gelernt hat! Also muß jedem klar sein: Stürze sind vorprogrammiert und gehören zum Entwicklungsprozess... der übrigens nie endet, nicht bevor der Ski am Nagel hängt!


Nachdem das nun geklärt ist, wird hier Folgendes behauptet:

  • Wer mit 2 Ski einigermaßen Buckelpisten fahren kann, kann das auch mit dem Monoski, wenn er ihn schon mal auf normalen Pisten gefahren hat. Dauert bei guter Anleitung (und geschlossenen Knien) nur Minuten!
  • Mit dem Monoski verbessert man seine Buckelpistentechnik deutlich schneller als mit 2 Skiern und kann die erworbenen Kenntnisse dann auch mit 2 Ski nutzbringend anwenden.
  • Der Fahrstil wirkt mit dem Monoski wegen der zwangsweise engen Beinstellung bereits ab mittlerem Könnens-level ausgereift und ästhetisch-dynamisch, wo's mit 2 Ski wegen der Ausfall-Schritte immer noch gestopselt ausschaut.

Doch erst einmal erfordert es reichlich Überwindung! Denn wer nun, auch als Könner und unter den genannten Voraussetzungen (u.a. Knie zusammen!), erstmals mit einem Monoski in eine Buckelpiste geht und dies entsprechend verhalten tut, der stellt zuerst die folgenden Unterschiede zu 2 Skiern fest -die anfangs sehr negativ empfunden werden:

  1. Stand und diagonales Fahren am Hang finden ausschließlich auf der Bergkante statt und belasten somit nur das entsprechende Bein alleine.
  2. Die daraus resultierende minimierte Auflagefläche von nur einer Kante mit etwas Rand des äußeren Skikörpers macht langsames Fahren zum Balanceakt, der über die Stöcke zu stabilisieren versucht wird - was schnell wieder zum Stillstand führt.
  3. Aufnahme von gemäßigtem Tempo zur Einfindung in einen Fahrrhythmus erfordert massives, kraftraubendes Ausgleichen der Unebenheiten bis zum Anschwingen.

Der erfahrene Freestyler realisiert aber dann gleich, dass er so auch mit 2 Ski keinen guten Einstieg in derlei Gelände gehabt hätte, sondern die Sache einfach wegen des hier noch ungewohnten Gerätes zu "ängstlich" anging.
Und tatsächlich: man vermeide auch mit dem Monoski das übertrieben langsame, rumpfstauchende und rhythmushemmende schräg-am-Hang-Fahren, sondern versuche...
(und jetzt tief Luft holen zum Lesen!)

    "...mit einem beherzten Absprung per Stockeinsatz unter Anwendung massiver Schultergegendrehung schnellstmöglich in Falllinie zu kommen und die anfängliche Beschleunigung mit einem Schwung so abzubremsen, daß man den Vorschub hat, den Körper in kontrollierte Vorlage zu bringen um maximale Drehfreudigkeit und Reaktionsschnelligkeit für blitzartige Heckentlastung und schnelle Schwung- bzw. Sprungfolge zu erreichen, wobei jeder Tip-down-gedämpfte Aufschlag unter Ausnutzung der Streckreserve im Buckeltal oder auf dem Rücken des Folgebuckels mittels effektivem Kanteneinsatz ein tempodrosselnder Abschwung sein muß, der unmittelbar nach dem Abfangen des Fallgewichtes und sofortigem Abdruck in Vorlageausrichtung mit Hochziehen des Hecks vor dem Buckelscheitel endet um in den nächsten Schwung überzugehen - und dabei kommt kein einziger Lichtstrahl zwischen den Knien durch!"

So - jetzt spinnt er völlig... ich kann's förmlich hören!
Aber weil die ordentliche Technik für Buckelpisten nun mal blitzschnell und virtuos ablaufen muß (ohne Punkt und Komma!) ist sie schlecht per Spickzettel zu lehren - wobei dies nicht mal so sehr vom gewählten Ski abhängt!
Auch der klassische Buckelpistenfahrer vermeidet diagonales Dümpeln und bevorzugt die kontrollierte Falllinie, so krass sich das anhören mag. Aber hier noch mal: man beginne bei gemäßigten Buckelpisten! Der Schwierigkeitsgrad sollte erst gesteigert werden, wenn das rhythmische Fahren unter Schlucken der Buckel mit den geschlossenen Knien (Ausgleichstechnik) in Falllinie schon recht flüssig klappt - und dann klappt's auch mit dem Spaß, denn nix anderes wollen wir schließlich erreichen!

Greifen wir doch aus dem obigen Satz einige Schlagwörter nacheinander heraus:

  • Vorlage: sie ist die Voraussetzung für spontane Heckentlastung und somit Garant für Reaktionsschnelligkeit.
    Wer die Vorlage verliert und in Rückenlage verfällt, verliert die Beherrschung über den Ski und gewinnt gleichzeitig an Geschwindigkeit - eine fatale Kombination!
    Unglücklicherweise ist es ein uralter Instinkt des Menschen, zwischen sich und die Gefahr, als die man hier das Gefälle ansieht, möglichst viel Abstand zu bringen - womit man unterbewusst nach hinten tendiert. Solange, bis man die Nachteile der Rückenlage und die Vorteile der Vorlage selbst erfahren hat - bis dahin muß halt der Kopf den Bauch "unterdrücken".
    Die nötige Vorlage erreicht man dadurch, daß man nicht im normalen Lastverteilungsverhältnis auf den Füßen steht, sondern nur auf den Fußballen - die Fersen tragen kein Gewicht!
    Zudem lehnt man die Schienbeine am vorderen Skischuhschaft an, sozusagen "auf der Zunge liegen"! Damit bringt man die Knie weit nach vorne, was durch die Anatomie des Beckens zudem deren gegenseitigen Andruck unterstützt. Bei gleichwinkliger Abwinkelung von Oberschenkeln und Rumpf (Rumpf somit parallel zu den Unterschenkeln) hat man nun das Gewicht da, wo man es braucht.
  • Streckreserve: mit obiger Haltung und straffer Körperspannung hat man den optimalen Hubweg zum ergonomisch günstigen Geländeausgleich, um Rhythmus und Geschwindigkeit halten zu können. Man hat die Eigenschaften eines Stoßdämpfers, der ggf. schon funktionieren kann, bevor man selbst reagiert.
    Kleiner Tipp: man sollte die Streckreserve nicht verringern, indem man sperrige Gegenstände wie Fotoapparat o.ä. in den Taschen mitführt, die dann bei vollständig angezogenen Beinen zwischen Oberschenkel und Oberkörper schmerzlich stören (Autsch... ehrlich!)
  • Tip-down: heißt "Spitze runter"! Durch den Stand auf den Fußballen bringt man eh schon viel Druck auf den Vorderski, immerhin leiten die vorderen Kanten des Skis jeden kontrollierten Schwung ein und der Drehpunkt ist dabei stets weit vor den Bindungen!
    Da es nicht ausbleibt, daß man auf einer Buckelpiste mal kurzzeitig leicht abhebt, sollte man sichergehen, daß man bereits beim ersten Bodenkontakt sofort wieder die Steuerungsgewalt hat - über den Vorderski! Durch ein simples Runterdrücken der Zehen im Schuh erreicht man, daß der Vorderski sich in der Luft nach unten neigt, so zuerst wieder aufkommt und sofort belastet werden kann, weil man so automatisch die nötige Vorlage hat.
    Zugleich wird damit der Aufprall in einem Buckeltal durch die Skispannung für den Läufer angenehm abgedämpft.
  • Effektiver Kanteneinsatz: bedeutet beim Monoski, daß nicht nur Gewichtsdruck auf die einzusetzende Kante gegeben wird, sondern die Gegenkante regelrecht hochgezogen wird. Dadurch wird der Aufstellwinkel des Skis noch steiler und die Effizienz der Aktion erhöht.
    Dieses Anheben der Gegenkante wird erreicht, indem das Außenknie (bezogen auf die Kurve) das Innenknie richtiggehend zum gedachten Kurvenmittelpunkt im Schnee runterdrückt. Wer das standardisiert hat, weiß, was es bedeutet, daß geschlossene Knie totale Kontrolle gewähren!
    Daß Kanten regelmäßig nachgeschliffen werden müssen, is' klar, oder ? Ja, sowieso!
  • Heckentlastung: ...ist ein viel zu schwacher Ausdruck, denn eigentlich ist es ein regelrechtes Hochziehen des Skihecks nach kräftigem Abdruck des Körpers in Vorlageausrichtung und Nachziehen der Knie nach vorne! Im Zuge dieser Total-Entlastung wird der eigentliche Schwung durch neue Richtungsvorgabe per Drehung des Hecks um den Vorderski als Drehpunkt vollzogen. Das findet idealerweise statt, kurz bevor man auf dem Scheitelpunkt des Buckels ankommt und wird in den Tip-down übergeleitet.
    Dieser Vorgang vermeidet auch, daß das Heck durch die Neuausrichtung des Skis hinten an einem Buckel hängen bleibt.
    Aber vor Allem ist die Heckentlastung der Knackpunkt bei dieser Technik: zu früh eingeleitet, hat man noch zu viel Drehimpuls aus dem vorherigen Schwung, zu spät gehüpft nimmt man zu viel Tempo raus und droht, aus dem Rhythmus zu kommen. Hier das richtige feeling zu kriegen, ist das erklärte Ziel!
    Da das aber auch bei Freaks nicht immer 100%ig klappt, hilft hier der...
  • Übergang zum nächsten Schwung: ..., denn genau diesen Übergang kann man als Geübter bei schneller Schwungfolge stets so ausrichten, daß der Austrittsfehler des vorherigen Schwungs absichtlich erst im Folgeschwung "kompensiert" wird - und keiner merkt's!
    Das ist das Schöne am Monoskifahren: man macht Fahrfehler wie jeder andere Skifahrer, aber durch die Zwangsstellung gewöhnt man sich ganz schnell diese Methode der stil-integrierten Fehlerkorrektur an, die eine stilistische Perfektion vortäuscht - als würde jeder Schwung vom Ansatz weg perfekt mit dem Gelände harmonieren!
  • Massive Schultergegendrehung und Stockeinsatz? Die Schultergegendrehung ist beim Kurzschwingen so wichtig wie der Heckrotor beim Hubschrauber - ohne wird man zum Kreisel!
    Stöcke sind beim Monoski obligatorisch und gerade auf Extrempisten mehr als empfehlenswert.
    Daß jedoch, wer das Instrument "Schulterarbeit" beherrscht und es gezielt und effektiv einzusetzen weiß nicht mal beim Freestyle-Monoskiing Stöcke bräuchte, zumal sie ja eigentlich nur Impulsgeber für die Schultergegendrehung sind, soll hier nur zur Unterstreichung ihres Stellenwertes erwähnt sein. Auf jeden Fall verhindert sie allein rhythmusstörendes Übersteuern, richtet den Oberkörper talwärts aus und hält ihn so in Verbindung mit dem Geländeausgleich trotz hektischer Aktivität der Gliedmaßen nahezu ruhig.
  • Beherztheit: Ja, klar - die ganze Angelegenheit bedarf eines gewissen Mutes, der Einem jedoch mit angemessener Schutzausrüstung etwas leichter fällt.
    Keinesfalls sollte man aber wegen zu großen Ehrgeizes, Übermutes oder sonstiger Unvernunft - insbesondere Angeberei oder Geltungssucht - riskieren, sich selbst oder Andere zu schädigen. Eine entscheidende Rolle beim "sich ein Herz nehmen" sollte stets auch das Verantwortungsbewusstsein spielen!
  • Gewicht nach vorne und Knie zusammen! Auch, wenn's Überwindung kostet!

Alles klar? Wie sollte, wenn nicht schon gewesen - ohne Praxis bleibt's nach dieser fiktiven Exkursion allenfalls beim mentalen Muskelkater!
Aber wer unter Beherzigung einiger dieser Regeln den "Monoski auf der Buckelpiste verstehen" lernt, wird sehr schnell die nun positiv empfundenen Unterschiede zum Paarski erkennen. Die Tatsache, daß die nicht nur in den Fahreigenschaften, sondern erfreulicherweise auch in der Ergonomie zu finden sind, macht den Monoski zu einem besonders geeigneten Gerät für Freestyle-Gelände.

Die folgende Auflistung von Vorteilen gegenüber dem klassischen Paarski stellte ich 2004 nach bereits 24-jähriger Monoski-Erfahrung und als mit Ergonomie in der Industrie vertraute "Fachkraft für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz" zusammen.
Auf Anfrage erhielt ich bereits von mehreren Fachärzten die Bestätigung der Richtigkeit - natürlich nicht ohne den Hinweis, dass es sich nichts desto trotz um eine Variante des Skisports mit seinem üblichen und "statistisch belegbaren", physischen Gefährdungspotential handelt - und dem pflichte ich 99,9%ig (also statistisch 100%ig) bei!

  • Der Monoski führt bauartbedingt jegliche kritische X- oder V-Stellung der Kanten zueinander ad absurdum, rhythmusstörende Richtungskorrekturen eines ausbrechenden Skis gibt es nicht. Die Richtung wird dem Monoski durch das Stellungsverhältnis der beiden Füße zueinander viel stabiler vorgegeben als von einem Fuß am leichter verdrehbaren, einzelnen Bein.
    So ist man wendiger, da reaktionsschneller, und kann seine ganze visuelle und sensitive Konzentration ungestört dem Gelände und Umfeld widmen, was einen sichereren Lauf und Kollisionsvermeidung unterstützt.
  • Hieraus ergibt sich auch der Wegfall aller derartigen Verkantungs-Stürze, was die Verletzungsgefahr allein schon durch die Minimierung der Sturzhäufigkeit verringert.
  • Im Falle eines Sturzes ergeben sich keine entgegengesetzt wirkenden Drehkräfte an den Beinen, die Bänder, Gelenke oder Knochen zusätzlich zum Aufprall belasten können. Drehimpulse des Skis bewirken zwangsläufig die entsprechende Drehung des gesamten Körpers mit nicht mehr Wucht, als beim normalen Ski auch.
  • Durch die fehlenden Gegendrehkräfte lösen die Bindungen oft auch nicht aus, was ggf. befähigt, auf steilen Hängen die erstbeste Gelegenheit zum Wiedereinsatz der Kanten im Schnee zu nutzen und so die eigentliche Gefährdung, nämlich die Geschwindigkeit, wegzunehmen. Dies funktioniert z.T. so gut, daß man ohne zu stoppen weiterfahren kann (...wenn man die Stöcke nicht verloren hat).
  • Außerdem reduziert das Verbleiben des Skis an den Füßen die Verletzungsgefahr durch Anschlagen des Skis am Körper erheblich!
  • Der sogenannte "Knochenbrecherschnee" - sulziger Firn, harschige Schneebrocken etc. - verliert mit dem Monoski gänzlich seinen Schrecken. Aufgrund seiner Masse und der stabilen Richtungsvorgabe durch beide Beine erhebt der Monoski bedingungslosen Anspruch auf den ihm vorgegebenen Pfad. Das macht ihn auch zum ultimativen Frühjahrs-Ski, der noch gefahren werden kann, wenn für alle Anderen die Saison schon vorbei ist. Insbesondere sei hier Sommer-Skifahren auf Gletschern genannt, wo so der Spaß auch bei dem stark aufgefirnten Schnee des Nachmittags erhalten bleibt!

Es mag dem Einen oder Anderen nach wie vor irrsinnig erscheinen, mit einem Monoski in eine Buckelpiste zu fahren, aber Einzelne haben vielleicht nun eine Vorstellung davon, daß es geht... und wie!
Bei der Annahme neuer Herausforderungen ist grundsätzlich individuell zwischen eigenem Nutzen und allgemeinen Risiken abzuwägen, wobei einige Risiken auch minimiert werden können (Helm!).

Wichtig ist, daß neben der Unversehrtheit auch der Spaß und die Freude an der Bewegung - einer der Grundideen des Sports - erhalten bleiben, egal ob mit Doppel- oder Einzel-Latte.

Falls jemand übrigens meint, es käme nur auf die "Vereinzelung" des Gerätes an: NEIN... auf Snowboards ist das alles nicht anwendbar - meines Erachtens nicht einmal der Begriff "Ergonomie", den nur ein Gleitsportgerät in Anspruch nehmen sollte, bei dem Standrichtung gleich Fahrtrichtung und eine durch Verdrehung stoßempfindliche Wirbelsäule nicht Grundstellung ist.
Speziell auf Buckelpisten fehlt es ihnen, abgesehen von den hilfreichen Stöcken, neben der Streckreserve wegen des Fußabstandes auch noch an "Torsionsreserve" auf der Backside.
Wie schon erwähnt: auf Buckelpisten geht nur Kurzschwung, lange Diagonalfahrten darüber sind weder effektiv noch gesund!
Außer Frage steht für mich die hohe Verletzungsgefahr für Hüft-, Knie- und Sprunggelenke bei dieser unglücklich gewählten Kombination von Brettart und Piste.

Wer sich nun in der Lage sieht, Monoski mit Buckelpiste zu dem eingangs erwähnten Mega-Kick zu verschmelzen (aber bitte auf kleiner Flamme!), dem wünsche ich neben "Hals- und Beinbruch" auch ordentlich Spaß und letztlich viel Erfolg.
Vielleicht ist das ein oder andere aus dieser Abhandlung eine Hilfe, zudem steht der Moderator für Skischule und Fahrtechniken im Forum gerne für weitere Unterstützung zur Verfügung (zumindest, solange ich es bin). Und es bringt schon viel, wenn die Kernaussage rüberkam:
KNIE Z'AMM !

Euer Iksonom


Anm. der Red.:
Iksonom ist auch der Moderator in unserem Forum zum Thema "Skischule / Buckelpiste".
Über Beiträge, Fragen und Diskussionen zum Thema freuen wir (und Iksonom) uns immer.

Mono-Ski.org - deutschsprachige europäische Monoski Organisation und Verband.
Email: info@mono-ski.org

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